134 - "Wir wollen doch alle dasselbe!“ - Kind. Eltern. Lehrkräfte. Drei Perspektiven. Ein Kind.
Shownotes
Wenn du mehr Informationen im Umgang zum Thema ADHS/ADS & Co. suchst, besuche mich gerne auf meiner Homepage unter: https://www.manuelakronenberger.de
Dort erfährst du mehr zu mir und die Möglichkeit wie ich dich und dein Kind/deine Familie begleiten und unterstützen kann.
Du kannst auch gerne die Möglichkeit nutzen, mir eine e-mail zu schreiben oder ruf mich unverbindlich an.
Ich freu mich von dir zu hören, Deine Manuela
Manuela Kronenberger – Heilpraktikerin Psychotherapie, Beratung, Kinder-, Jugend- und Familiencoach, Wertschätzungstrainerin und KinFlex Therapeutin Psychotherapeutische Praxis Manuela Kronenberger Am Rohlande 2 58300 Wetter an der Ruhr
Mobil: +49 (0)1632836205 Praxis: +49 (0) 23358989790 info@manuelakronenberger.de
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00:00:05: Hallo und herzlich willkommen bei Träumerie Unser Befehl.
00:00:06: Dem Podcast für alle, die selber temperamentvoll sind oder ein sehr lebendiges und bewegungsfreudiges Kind haben mit- und ohne Diagnose ARR S&K.
00:00:15: Mein Name ist Manuela und ich begleite Dich Deine Familie und weder jurische Fachkräfte!
00:00:20: Du bekommst Tipps für den Umgang mit dem besonderen Verhaltensweisen und dem Zusammenleben innerhalb der Familie.
00:00:27: Let's go!
00:00:28: Brauchst aus dem Schubladen.
00:00:29: Denken rein ins selbst gestachte Leben.
00:00:36: Wir müssen endlich an einem Strang ziehen.
00:00:38: Vielleicht hast du diesen Satz schon einmal gehört, in einem Elterngespräch?
00:00:42: In einer Teamsetzung oder vielleicht hast du ihn selbst schon gedacht?
00:00:46: Warum verstehen die anderen das einfach nicht?
00:00:49: Du denkst vielleicht als Mama oder Papa Die Schule muss mein Kind besser verstehen!
00:00:53: Vielleicht stehst du als Lehrkraft vor deiner Klasse und denkst Die Eltern müssen verstehen was hier jeden Tag passiert Und dein Kind?
00:01:01: Das sitzt vielleicht irgendwo mitten drin und denkt Könnte bitte aufhören, über mich zu reden?
00:01:07: Und deshalb möchte ich die letzte Folge unserer vierteiligen Schulstart-Miniserie mit einer ganz einfachen Frage beginnen.
00:01:14: Was wäre wenn ihr eigentlich dasselbe wollt?
00:01:17: Du willst das es deinem Kind gut geht!
00:01:20: Die Lehrkraft will, dass dein Kind lernen kann und ein Kind möchte dazugehören Erfolg haben und nicht ständig Ärger bekommen.
00:01:27: drei Perspektiven Ein kind und manchmal trotzdem drei völlig unterschiedliche Geschichten.
00:01:34: Hallihallo und herzlich willkommen bei Träumerli und Zabelphilipp.
00:01:37: Raus aus der Schublade rein in die Großartigkeit, der letzten Folge meiner Miniserie zum Thema Schulstadt!
00:01:44: Heute geht es um Zusammenarbeit, um Erwartungen, um Grenzen, um Verantwortung – und um die Frage wer muss eigentlich was tun damit Schule mit ADHS gelingen kann?
00:01:59: Setz dich zuerst auf den Stuhl deines Kindes.
00:02:02: Stell dir einmal vor du bist sechs Jahre alt und heißt sagen wir mal Paul Du sitzt morgens in deiner Klasse.
00:02:07: Die Lehrkraft sagt, bitte holt euer Mathehälfte raus!
00:02:11: Du findest dein Hälft nicht?
00:02:12: Du suchst.
00:02:13: Neben dir liegt ein Radiergummi.
00:02:15: Du nimmst es in die Hand.
00:02:16: Oh... Es fällt runter.
00:02:18: Du hebst ihn auf.
00:02:20: Draußen fliegt dein Vogel vorbei und plötzlich fällt dir etwas ein.
00:02:23: Frau Müller wussten sie
00:02:24: das?!
00:02:25: Paul wir sind gerade bei Mathe.
00:02:28: Du setzt dich wieder hin aber in deinem Kopf ist längst etwas anderes.
00:02:32: vielleicht denkst du Ich wollte doch nur etwas erzählen.
00:02:36: Die Lehrkraft sieht, Paul stört!
00:02:39: Du erlebst.
00:02:40: ich wollte mitmachen und genau hier beginnt eine wichtige Erkenntnis Verhalten kann von innen ganz anders aussehen als von außen.
00:02:51: Verhalten ist Information.
00:02:53: Also wenn dein Kind ständig aufsteht kannst du dich fragen was braucht mein Kind gerade?
00:02:59: Vielleicht Bewegung Wenn es ständig dazwischen ruft?
00:03:03: Ist der Impuls vielleicht schneller als die Kontrolle?
00:03:06: Wenn eine Aufgabe nicht beginnt, in der erste Schritt vielleicht gerade zu groß.
00:03:11: Wenn es wütend wird!
00:03:13: Was war unmittelbar davor?
00:03:15: Und bevor du jetzt denkst na toll dann darf ich meinem Kind überhaupt keine Grenzen mehr setzen.
00:03:21: doch natürlich darfst du Grenzen setzen.
00:03:24: Du kannst zum Beispiel in einer Streit-Situation sagen Ich lasse nicht zu dass du schlägst und gleichzeitig ich sehe dass du gerade sehr wütend bist.
00:03:34: Wir schauen gemeinsam, was passiert ist.
00:03:37: Das eine schließt das andere nicht aus.
00:03:40: Verstehen heißt nicht erlauben und Grenzen setzen bedeutet nicht, das Kind abzuwerten.
00:03:49: Jetzt wechselst Du den Stuhl!
00:03:51: Stell Dir vor, Du bist Mama oder Papa?
00:03:53: Du kennst dein Kind?
00:03:54: Du weißt es ist kreativ Es ist lustig.
00:03:58: Es kann sich unglaublich tief in Themen verhineinarbeiten.
00:04:01: Es baut stundenlang Lego Es weiß alles über Dinosaurier, es kann dir erklären wie ein Vulkan funktioniert und dann kommt aus der Schule ihr Kind stört den Unterricht oder es arbeitet nicht mit.
00:04:13: Oder vielleicht muss ich einfach nur anstrengen und du denkst vielleicht aber sie sehen noch gar nicht was mein Kind alles kann.
00:04:22: Und weißt Du was?
00:04:23: Vielleicht hast Du damit tatsächlich einen Punkt getroffen denn Du siehst dein Kind in einem anderen Kontext!
00:04:29: Du weißt was zu Hause funktioniert welche Interessen es hat.
00:04:33: Man ist aufblüht, was ihm hilft.
00:04:36: Aber du siehst nicht den ganzen Schultag sondern einen ganz kleinen Ausschnitt So und jetzt wechselst Du noch einmal im Platz.
00:04:47: Stell Dir vor, du stehst vor einer Klasse Vor der sitzen vielleicht zwanzig oder mehr Kinder.
00:04:53: Ein Kind braucht Hilfe ein anderes Weint Zwei Streiten.
00:04:56: Eines hat seine Aufgabe bereits fertig Ein Anderes versteht es überhaupt nicht.
00:05:01: Und während du versuchst allen gerecht zu werden, ruft Paul.
00:05:04: Ich weiß was!
00:05:06: Er steht auf, er redet dazwischen, er sucht etwas, er lenkt andere Kinder ab.
00:05:10: und du denkst vielleicht ich möchte ihm helfen aber ich kann nicht den gesamten Unterricht um dieses eine Kind herum bauen.
00:05:18: auch das ist Realität Und deshalb möchte ich heute etwas sagen dass manchmal untergeht.
00:05:26: Eine überforderte Lehrkraft ist nicht automatisch eine schlechte Lehrkraft Genauso wenig wie ein erschöpfter Elternteil, ein schlechter Elterenteil ist.
00:05:35: Und ein überforderndes Kind ist kein schwieriges Kind!
00:05:40: Wir haben es mit Menschen zu tun und Menschen haben Grenzen.
00:05:47: Lass uns einen Blick auf die Realität werfen.
00:05:50: Der Bildungsbereich für das Jahr hier zeigt genau diese Mehrfachbelastung der Systems.
00:05:56: Schulen stehen gleichzeitig vor Fragen von Lehrkräftekapazität, Inklusion unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und zunehmender, multiprofessioneller Zusammenarbeit.
00:06:07: Rund neunzig Prozent der öffentlichen allgemeinbildenden Schulen beschäftigen inzwischen neben Lehrkräften weiteres Personal.
00:06:15: Gleichzeitig berichten siebenundsechzig Prozent des Schulleitungen die multiproffessionelle Kooperation als zentrale Aufgabe sehen von fehlenden Kapazitäten für deren Koordination.
00:06:28: aus dem Bildungsbericht ist das Das heißt, wir verlangen mehr Zusammenarbeit und müssen gleichzeitig sehen dass dafür Zeit und Ressourcen gebraucht werden.
00:06:41: Ja und niemand kann alles.
00:06:44: vielleicht erwartest du gerade von dir ich muss das alles schaffen als Mutter als Vater als Lehrkraft als Erziehererzieherin als pädagogische Fachkraft.
00:06:55: aber Du kannst nicht alles Und das musst du auch nicht.
00:07:00: Du musst nicht gleichzeitig erziehererzieherin Lehrkraft, Therapeute, Psychologin, Psychologe Hausaufgabenbegleitung und Krisenmanagerin sein.
00:07:09: Das gilt für dich als Elternteil genauso wie für eine Lehrkraft.
00:07:13: Jeder hat seine Rolle Und jede Rolle hat ihre Grenzen.
00:07:20: Na?
00:07:21: Findest du dich an der ein oder anderen Stelle wieder?
00:07:26: Lass uns mal schauen.
00:07:28: ADH ist es mehr als eine Liste von Symptomen.
00:07:32: Vielleicht hilft dir hier ein Blick auf die aktuelle S-III Leitlinie zur ADHS.
00:07:37: Dort geht es nicht nur um Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität sondern auch darum welche Auswirkungen haben die Schwierigkeiten auf den Alltag dieses konkreten Kindes?
00:07:49: Wo entstehen Probleme in welchem Umfeld?
00:07:53: Bei welchen Anforderungen?
00:07:55: mit welchen Folgen?
00:07:56: Und das ist wichtig!
00:07:58: Denn dasselbe Kind kann in zwei Situationen sehr unterschiedlich funktionieren.
00:08:04: Eine Umgebung kann Anforderungen stellen, die für das Kind gerade enorm schwer zu bewältigen sind.
00:08:11: eine andere kann ihm ermöglichen seine Fähigkeiten viel besser zu zeigen.
00:08:16: Wenn du mehr dazu wissen willst dann geh auf register.awmf.rock.
00:08:24: So jetzt kommt meine Lieblingsfrage was passiert unmittelbar davor?
00:08:29: Dein Kind stellt sich nicht auf.
00:08:31: Schau einmal, was war davor?
00:08:34: Eine lange Erklärung eine schwierige Aufgabe?
00:08:38: Lange Sitzen viele Reize langweile Wusst ein Konflikt oder einen Auftrag der aus mehreren Schritten bestand.
00:08:49: diese Frage verändert den Blick Denn dann geht es nicht nur um Was hat das Kind gemacht sondern unter welchen Bedingungen passiert ist.
00:08:58: Und genau diese Informationen brauchen wir, wenn wir etwas verändern möchten.
00:09:07: Lass uns mal schauen vom Problem zur Lösung.
00:09:10: Wie kommen wir denn dahin?
00:09:11: Also nehmen wir wieder Paul.
00:09:13: Paul schafft mehrschrittige Arbeitsaufträge nicht zuverlässig.
00:09:17: dann könnte die Lösung sein Anweisung verkürzen Anweisungen visualisieren ersten Schritt markieren, Aufgabe portionieren, Rückmeldung geben.
00:09:29: Eine kurze Bewegungspause ermöglichen nicht erst nach zwanzig Minuten.
00:09:34: Warum hast du immer noch nicht angefangen?
00:09:36: Sondern nach zwei Minuten?
00:09:38: gut!
00:09:39: Du hast begonnen.
00:09:40: das ist ein kleiner Unterschied aber vielleicht ein ziemlich wichtiger.
00:09:49: Aber dann wird er doch bevorzugt.
00:09:51: diesen Einwand höre ich schon und Ich finde darüber müssen wir sprechen Denn Unterstützung bedeutet nicht, dieses Kind darf alles.
00:10:01: Es bedeutet nicht die anderen müssen ständig zurückstecken und es bedeutet auch nicht adh ist jetzt die Entschuldigung für jedes Verhalten.
00:10:10: Nein Grenzen gelten Verantwortung gilt Respekt gilt aber fair bedeutet nicht immer dass alle exakt dasselbe bekommen.
00:10:23: Vielleicht braucht ein Kind eine schriftliche Anweisung.
00:10:26: Ein anderes braucht ein Bild, ein anderes braucht eine kurze Pause.
00:10:31: Das Ziel bleibt dasselbe.
00:10:33: Der Weg dorthin darf unterschiedlich sein.
00:10:40: Ja und Unterstützung heißt nicht Entschuldigung.
00:10:43: Ich liebe deshalb diesen Satz ich verstehe warum du das gemacht hast Und trotzdem darfst du es nicht.
00:10:51: Da steckt so viel drin.
00:10:53: Du siehst das Kind Du versuchst sein Verhalten zu verstehen und du hältst gleichzeitig die Grenze.
00:10:59: Genau das brauchen Kinder, nicht du bist böse und auch nicht du darfst alles weil du ADHS hast sondern ich verstehe dass es gerade schwer für dich ist.
00:11:10: Und trotzdem müssen wir schauen was jetzt passiert ist und wie wir damit umgehen können.
00:11:15: Denn auch der Satz dein Verhalten hat Folgen kann schnell wie eine Drohung klingen so nach dem Motto Pass auf, sonst?
00:11:24: Und genau das meine ich nicht.
00:11:28: Mit Folgen meine Ich nicht in erster Linie Strafe.
00:11:31: Ich meine wenn du jemanden verletzt hast braucht es vielleicht eine Entschuldigung.
00:11:37: Wenn Du etwas kaputt gemacht hast schauen wir gemeinsam wie es repariert werden kann.
00:11:43: Wenn dein Verhalten andere beeinträchtigt hat gehört ist auch dazu Verantwortung dafür zu übernehmen.
00:11:50: und wenn etwas immer wieder passiert Tja, dann schauen wir gemeinsam.
00:11:54: Was können wir beim nächsten Mal anders machen?
00:11:57: Das Ziel ist also nicht du sollst Angst vor den Konsequenzen haben sondern Du darfst lernen Verantwortung für deinen Verhalten zu übernehmen und ich helfe dir dabei.
00:12:10: Und das ist der Unterschied Ein ziemlich wichtiger sogar Denn Verantwortung und Schuld sind nicht dasselbe.
00:12:17: Schuld beschämt Verantwortung macht handlungsfähig Und genau das möchte ich Kindern ermitteln.
00:12:24: Nicht du bist falsch, sondern dass was passiert ist war nicht in Ordnung und wir überlegen jetzt gemeinsam wie Du es wieder gut machen und beim nächsten mal anders lösen kannst.
00:12:36: Das gilt übrigens nicht nur für Kinder mit ADHS.
00:12:39: Das gilt für uns alle.
00:12:41: Wir alle machen Fehler!
00:12:43: Wir alle reagieren manchmal daneben und wir alle dürfen lernen es beim nächsten Mal anders zu machen.
00:12:50: Verstehen?
00:13:11: Jetzt lass uns mal die Frage anschauen, was kann Schule leisten?
00:13:15: Du kannst als Elternteil von Schule erwarten Struktur klare Regeln verlässliche Abläufe, Rückmeldung, Unterstützung Beobachtungen Gespräch und Zusammenarbeit.
00:13:26: Und einen professionellen Umgang mit deinem Kind.
00:13:29: Aber Schule kann nicht Dein Kind rund um die Uhr begleiten Therapie ersetzen Familienprobleme lösen oder alle Kinder gleichzeitig individuell unterrichten.
00:13:39: Schule kann viel aber Schule kann eben Nicht alles.
00:13:46: Was kannst du als Elterntag leisten?
00:13:48: Du kannst Sicherheit geben, Strukturen schaffen, Routinen unterstützen zu hören.
00:13:54: Grenzen setzen mit Schule im Kontakt bleiben, dein Kind stärken und du kannst dir Unterstützung holen wenn du merkst hier kommen wir alleine nicht weiter.
00:14:02: aber du bist nicht verantwortlich dafür alles aufzufangen was Schule nicht leisten kann!
00:14:09: Du bist nicht die Nachhilfelehrkraft, nicht die Therapeutin, nicht der Schulcoach und auch nicht der Reparaturbetrieb für jedes Problem.
00:14:18: Du bist Mama oder Papa.
00:14:20: Und das ist schon verdammt viel!
00:14:23: Tja, und was darf dein Kind selbst lernen?
00:14:26: Auch das gehört dazu.
00:14:28: Denn unser Ziel ist nicht ein Kind, achtzehn Jahre lang durch jede Schwierigkeiten zu tragen.
00:14:34: Unser Ziel ist Selbstständigkeit.
00:14:37: Das Kind darf lernen – ich kann um Hilfe bitten.
00:14:40: Ich darf sagen dass es mir etwas zuviel ist.
00:14:42: Ich kann einen Fehler zu geben.
00:14:45: Ich kann Verantwortung übernehmen.
00:14:50: Und genau dafür braucht es Übung, Unterstützung und Geduld!
00:14:56: Und Erwachsene, die nicht bei jedem Fehler sofort die Hoffnung verlieren.
00:15:00: Also baut eine Brücke.
00:15:03: Stell dir Elternhaus- und Schule als zwei Seiten eines Flusses vor.
00:15:07: Auf der einen Seite Familie auf der anderen Seite Schule und mittendrin dein Kind.
00:15:14: Jetzt kannst du von deiner Seite rufen Die Schule muss endlich Und die Schule ruft zurück.
00:15:20: Die Eltern müssen endlich!
00:15:22: Und ein Kind steht dazwischen, das ist keine Zusammenarbeit Das ist Tauziehen und beim Tau ziehen gewinnt am Ende nicht unbedingt die bessere Seite.
00:15:32: Oft fällt jemand ins Wasser.
00:15:34: Was wir brauchen ist eine Brücke.
00:15:39: Ja jetzt lass uns mal schauen wie zusammen Arbeit klingt.
00:15:42: Vielleicht nicht ihr Sohn stört ständig sondern Uns fällt auf, dass Paul besonders bei mehrschrittigen Aufgaben Schwierigkeiten mit dem Staat hat.
00:15:50: Wie erleben Sie das zu Hause?
00:15:53: Nicht die Lehrerin versteht mein Kind nicht!
00:15:56: Sondern wir erleben das zuhause ähnlich – was hilft Paul in der Schule
00:16:00: bereitst?!
00:16:02: Nicht er macht es absichtlich sondern was passiert unmittelbar davor und nicht wer hat Schuld sondern was wäre ein sinnvoller nächster Schritt?
00:16:13: Das ist ein komplett anderer Dialog.
00:16:17: Und noch etwas, zuhören bedeutet nicht Zustimmung.
00:16:22: Vielleicht sagst du als Mutter Ich habe das Gefühl dass mein Kind in der Schule ständig auf seine Fehler reduziert wird.
00:16:29: Die Lehrkraft kann antworten.
00:16:32: ich höre Dass sie sich große Sorgen machen.
00:16:35: Das heißt nichts.
00:16:35: Sie haben recht und es heißt auch Nicht Ich habe etwas falsch gemacht.
00:16:40: Es bedeutet Ich habe verstanden was sie gerade bewegt Und genau das kann der erste Schritt sein, bevor man gemeinsam nach Lösungen sucht.
00:16:53: Lass uns auch noch mal schauen was die Forschung zur Zusammenarbeit sagt!
00:16:57: Die aktuelle Forschung zu ADHS und Schule zeigt immer wieder dass mehrere Ebenen zusammenspielen Kind bezogene Interventionen schulische Strukturen Organisationshilfen Classroom Management sowie die Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern.
00:17:13: Es gibt deshalb nicht die eine Maßnahme, die für alle Kinder funktioniert und genau das finde ich eigentlich beruhigend.
00:17:22: Denn wir müssen nicht die Eine magische Lösung finden!
00:17:25: Wir müssen herausfinden was funktioniert für dieses Kind in diesem Umfeld?
00:17:34: Ja vielleicht brauchen wir weniger Schuld und mehr Neugier.
00:17:38: Das ist mein persönlicher Wunsch.
00:17:40: Wenn etwas nicht funktioniert sagt nicht sofort schon wieder Versuch einmal.
00:17:46: Ah, interessant!
00:17:48: Was passiert hier?
00:17:50: Was war davor?
00:17:52: Was hilft?
00:17:53: Was verschärft die Situation?
00:17:55: Wann funktioniert es?
00:17:57: und vielleicht stellst du fest.
00:17:59: das Kind kann es tatsächlich nur nicht immer, nicht überall, nicht unter jeder Bedingung und vielleicht ist genau das die Information mit der wir weiter arbeiten können.
00:18:12: Und jetzt wieder zu deinem Kind.
00:18:14: also stelle dir Paul noch einmal vor Er hört vielleicht den ganzen Tag, du musst dich konzentrieren.
00:18:19: Du musst besser benehmen.
00:18:20: Du muss dich organisieren und zusammenreißen.
00:18:23: Und vielleicht denkt er irgendwann... Ich versuche es doch!
00:18:27: Deshalb möchte ich dir, egal ob du gerade Elternteil-, Lehrkraft- oder Begleitperkursum bist diesen Satz mitgeben.
00:18:43: Du musst dich nicht schämen, weil dir etwas
00:18:48: schwerfällt.".
00:18:51: Ja und damit sind wir zurück bei der großen Frage.
00:18:54: Was wäre wenn wir nicht mehr zuerst fragen wer ist Schuld?
00:18:59: Sondern was braucht dieses Kind?
00:19:02: Vielleicht braucht es mehr Struktur weniger Reize eine andere Erklärung eine Pause mehr Bewegung Eine andere Aufgabenstellung eine klare Grenze mehr Zeit oder manchmal einfach jemanden der alles glaubt?
00:19:18: Und manchmal ist dieser Mensch du.
00:19:23: Ja, vier Folgen Schulstart – was bleibt?
00:19:27: Wir haben angefangen mit «Jetzt beginnt der Ernst des Lebens», dann haben wir uns gefragt… Ist mein Kind überhaupt schulfähig?
00:19:34: Wie lernt es?
00:19:35: Was machen Medien mit unserem Lernen?
00:19:37: Warum ist nach der Schule plötzlich alles zu viel?
00:19:40: Was bedeuten UGS Hausaufgaben und Freundschaften?
00:19:44: Und heute?
00:19:45: Wer trägt eigentlich welche Verantwortung?
00:19:48: Vielleicht ist die Antwort nicht einer, sondern viele.
00:19:53: Jeder ein Stück mit unterschiedlichen Aufgaben, mit unterschiedlichem Grenzen aber hoffentlich mit einem gemeinsamen Ziel.
00:20:02: und vielleicht ist das die wichtigste Botschaft dieser ganzen Miniserie.
00:20:07: Dein Kind muss nicht perfekt in der Schule funktionieren.
00:20:12: es darf lernen Es darf Fehler machen, es darf Unterstützung brauchen.
00:20:16: Es darf anders sein!
00:20:17: Es darf Fragen stellen...es darf sich entwickeln und es darf trotzdem dazugehören.
00:20:22: Und du darfst als Elternteil genau so lernen.
00:20:25: die Lehrkraft darf lernen Die Schule darf lernen Wir alle dürfen lernen Denn Bildung ist kein Fertigprodukt.
00:20:33: Sie isst ein Prozess.
00:20:38: Und jetzt kommen wir zurück zu unserem Satz Jetzt beginnt der Ernst des Lebens.
00:20:42: Vier Folgen später würde ich sagen Nein, jetzt beginnt nicht der Ernst des Lebens.
00:20:48: Jetzt beginnt ein neuer Abschnitt mit Buchstaben, Zahlen Hausaufgaben Freundschaften Strahlt Tränen Erfolgen Fehlern Verleurenden Turnbeuteln Vollen Stundenplänen Leeren Akkus Und hoffentlich ganz viel Neugier.
00:21:05: Ja und mein letzter Gedanke an dich Vielleicht ist unser Ziel gar nicht Ein Kind das perfekt in Schule funktioniert.
00:21:13: vielleicht Ist unser Ziel ein kind dass ich selbst kennt, das seine Stärken kennt, seine Grenzen kennt, Hilfe annehmen kann für sich einstehen kann, Fehler machen kann wieder anfangen kann und irgendwann vielleicht sagen kann Ich bin okay auch wenn nicht anders lerne.
00:21:33: Und wenn du als Elternteil Lehrkraft und pädagogische Fachkraft an diesem Punkt stehst wir wollen doch eigentlich alle dasselbe Dann hast Du vielleicht schon den wichtigsten Schritt gemacht Denn Zusammenarbeit beginnt nicht damit, dass alle dasselbe denken.
00:21:48: Sie beginnt damit, das alle das Kind im Blick
00:21:52: behalten.".
00:21:55: Ja und wenn du dabei Unterstützung möchtest?
00:21:58: Tja vielleicht bist du gerade Mama oder Papa und denkst ich würde mein Kind so gerne besser verstehen aber manchmal weiß ich einfach nicht mehr wie.
00:22:07: Vielleicht stehst Du als Lehrkraft vor einem kind und denkste Ich möchte ihm gericht werden Aber mir fehlen gerade die Ideen.
00:22:15: Oder du begleitest als Erziehererzieherin OGS Fachkraft oder andere Bezugspersonen ein Kind und möchtest verstehen, was versteckt hinter seinem Verhalten?
00:22:24: Dann begleite ich dich gerne – nicht mit einem Standardrezept.
00:22:28: Sondern mit Fachwissen, Erfahrung, Empathie und einer guten Portion Humor!
00:22:33: Wir schauen gemeinsam, was passiert hier eigentlich?
00:22:36: Was steckt hinter dem
00:22:36: Verhalten?!
00:22:37: Was braucht das Kind?
00:22:39: Was brauchen die Erwachsenen?
00:22:40: Und…was können wir konkret verändern?
00:22:44: Meine Begleitung gibt es unter anderem im ein zu eins Coaching in Workshops, Seminaren und Vorträgen.
00:22:50: Und wenn du nicht gleich eine individuelle begleite möchtest sondern erst einmal Austausch suchst?
00:22:55: Ja dann bist du herzlich willkommen bei meinem adhs-Elterntalk jeden zweiten Donnerstag im Monat um zwanzigund dreißig!
00:23:01: Ein Raum für Fragen, Sorgen Erfahrungen Impulse Lösungswege und manchmal einfach für den Satz Ach gut ich bin damit nicht allein.
00:23:14: Und jetzt wirklich mein letzter Satz.
00:23:16: Mit der Schule beginnt nicht der Ernst des Lebens, es beginnt ein neues Abenteuer und vielleicht müssen wir unseren Kindern gar nichts sagen Jetzt musst du groß werden Vielleicht reicht Komm!
00:23:29: Wir gehen ein Stück zusammen Und hier wie gewohnt ein Zitat Verstehen verändert den Blick.
00:23:38: Der veränderte Blick verändert unser Handeln und das kann ein ganzes Kinderleben verändern.
00:23:46: Danke fürs Zuhören.
00:23:47: und bis zur nächsten Folge von Träumalie & Zeppel Philipp, raus aus der Schublade rein in die Großartigkeit.
00:23:53: Alles Liebe Deine Manuela.
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