133 - "Schule ist um 13 Uhr vorbei? Schön wär´s!"- OGS, Hausaufgaben, Freunde und der leere Akku
Shownotes
Wenn du mehr Informationen im Umgang zum Thema ADHS/ADS & Co. suchst, besuche mich gerne auf meiner Homepage unter: https://www.manuelakronenberger.de
Dort erfährst du mehr zu mir und die Möglichkeit wie ich dich und dein Kind/deine Familie begleiten und unterstützen kann.
Du kannst auch gerne die Möglichkeit nutzen, mir eine e-mail zu schreiben oder ruf mich unverbindlich an.
Ich freu mich von dir zu hören, Deine Manuela
Manuela Kronenberger – Heilpraktikerin Psychotherapie, Beratung, Kinder-, Jugend- und Familiencoach, Wertschätzungstrainerin und KinFlex Therapeutin Psychotherapeutische Praxis Manuela Kronenberger Am Rohlande 2 58300 Wetter an der Ruhr
Mobil: +49 (0)1632836205 Praxis: +49 (0) 23358989790 info@manuelakronenberger.de
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00:00:05: Hallo und herzlich willkommen bei Träumerie.
00:00:05: Unser Befehl.
00:00:06: Dem Podcast für alle, die selber temperamentvoll sind oder ein sehr lebendiges und bewegungsfreudiges Kind haben mit- und ohne Diagnose ARR S&K.
00:00:15: Mein Name ist Manuela und ich begleite Dich Deine Familie und weder jurische Fachkräfte!
00:00:20: Du bekommst Tipps für den Umgang mit dem besonderen Verhaltensweisen und dem Zusammenleben innerhalb der Familie.
00:00:27: Let's go!
00:00:28: Brauchst aus dem Schubladen.
00:00:29: Denken rein ins selbst gestachte Leben.
00:00:35: Hallo Schatz, wie war die Schule?
00:00:37: Gut.
00:00:38: Was habt ihr gemacht?
00:00:39: Oh, weiß nicht!
00:00:40: Hast du Hausaufgaben auf?
00:00:42: Nein.
00:00:43: Bist du sicher?
00:00:43: Ja!
00:00:45: Drei Minuten später liegt das Hausaufgebenheft auf dem Boden.
00:00:48: Die Aufgabe steht drin.
00:00:49: Ja natürlich Und plötzlich ist sie da.
00:00:53: Die tägliche Nachmittagsfrage Wie bekommen wir dieses Kind jetzt noch dazu irgendwas zu erledigen?
00:01:00: und vielleicht ist genau das die falsche Frage.
00:01:03: Vielleicht sollten wir zuerst fragen Wie voll ist der Akku eigentlich noch?
00:01:07: Hallihallo und herzlich willkommen bei Träumerli und Zappelfilde.
00:01:10: Raus aus der Schublade rein in die Großartigkeit!
00:01:14: Wir sind mitten in unserer vierteiligen Schulstadt-Miniserie.
00:01:17: In der Folge eins haben wir uns angeschaut, was bedeutet Schule heute?
00:01:21: In der Episode zwei ging es darum, wie lernen Kinder eigentlich?
00:01:25: und warum kann ein Kind neunzig Minuten Lego bauen aber sieben Minuten Mathe fühlen sich wie eine Ewigkeit an?
00:01:31: Und heute gehen wir dorthin wo es bei vielen Familien richtig spannend wird nach der Schule.
00:01:38: Denn vielleicht ist der Unterricht um dreizehn Uhr vorbei, aber für das Kind ist der Tag noch lange nicht vorbei.
00:01:47: Lass mich einmal mitnehmen.
00:01:48: also stellen wir uns Paul vor.
00:01:50: Paul ist sechs Jahre alt.
00:01:52: Paul kommt gerade in die Schule und Paul hat ADHS.
00:01:56: heute Morgen hat Mama ihm dreimal daran erinnert sich an zu ziehen Dann Frühstück, Zähne putzen, Tonnister.
00:02:02: Wo ist die Trinkflasche?
00:02:03: Wo ist der Turnbeutel?
00:02:04: Warum ist die Lieblingshose plötzlich in der Wäsche?
00:02:07: und dann wir müssen los!
00:02:10: Paul kommt in der Schule an und dann beginnt das Schultag.
00:02:14: Paul muss zuhören warten sitzen sich melden Aufgaben verstehen Material holen Aufgaben anfangen Aufgaben beenden Impulse zurückhalten mit anderen Kindern umgehen Geräuscheraushalten regelmachten Sich immer wieder neu orientieren Und zwischendurch wäre es auch noch ganz schön, wenn er auch noch was lernen würde.
00:02:33: Das sind ziemlich viele Anforderungen an ein sechsjähriges Gehirn und gerade bei ADHS können exekutive Funktionen und die Emotionsregulation besonders herausfordernd sein.
00:02:46: Forschung zeigt beispielsweise das Kinder mit ADHS im Durchschnitt häufiger Schwierigkeiten mit verschiedenen Bereichen der Emotion Regulation zeigen.
00:02:55: Neure Untersuchungen verbinden diese Schwierigkeiten auch mit bestimmten Mustern der Emotionsverarbeitung und der Selbstregulation.
00:03:03: Das bedeutet nicht, dass jedes Kind mit ADHS emotional dysreguliert ist aber es gehört für viele Kinder zu den relevanten Herausforderungen.
00:03:13: Ja und dann gibt es da noch diesen Akku!
00:03:16: Ich mag das Bild vom Akku – Nicht weil ein menschliches Gehirn tatsächlich wie ein Handy funktioniert sondern weil es uns hilft eine Sache sichtbar zu machen.
00:03:25: Selbstteuerung kostet Energie.
00:03:28: Stellt euch vor, Paul startet morgens mit hundert Prozent Aufstehen?
00:03:32: – ninety Prozent Anziehen?
00:03:35: – Ninzig Prozent Schulweg?
00:03:37: – eighty Prozent Unterricht?
00:03:39: – seventy Prozent Sich konzentrieren?
00:03:41: – sixty Prozent Impulse zurückhalten?
00:03:44: – fifty Prozent Arbeitsaufträge merken?
00:03:47: – forty Prozent Soziale Insituationen?
00:03:50: – thirty Prozent Pause Wobei Pause manchmal überhaupt keine Erholung bedeutet, also dann sind es nur noch dreißig Prozent.
00:03:59: Noch eine Unterrichtsstunde, zwanzig Prozent.
00:04:02: und dann sagt jemand Paul jetzt geht es in die OGS und Paul denkt vielleicht wie bitte wir sind noch nicht fertig?
00:04:12: Ja lass uns mal schauen was die UGS bedeutet.
00:04:15: das bedeutet Betreuung Bildung Beziehung Und ein langer Tag.
00:04:21: Und bevor wir jetzt über OGS sprechen, möchte ich etwas ganz deutlich machen.
00:04:25: Die OGS ist nicht der Böseweg!
00:04:29: Für viele Familien ist sie unglaublich wichtig – Sie ermöglicht Eltern Berufstätigkeit Kinder essen gemeinsam, sie spielen, sie erleben Gemeinschaft, sie bekommen Angebote, sie können Hausaufgaben bzw.
00:04:41: Lernzeiten haben, sie knüpfen Freundschaften Und der sogenannte Ganztag kann Kindern zusätzliche Bildungs- und Teilhabechancen eröffnen.
00:04:49: Der Bund beschreibt ganztag ausdrücklich als Lebensort, an dem Kinder gemeinsam lernen, Freundschaften schließen sich bewegen und neue Erfahrungen machen können.
00:04:58: Aber ein langer Tag ist trotzdem ein langter Tag!
00:05:03: Das ist gerade für Kinder wichtig, deren Selbstregulation bereits den ganzen Vormittag stark gefordert war.
00:05:10: Lass uns hier einen kleinen Zahlencheck machen.
00:05:13: Und genau deshalb ist der Schulstart, auch gesellschaftlich ein interessanter Zeitpunkt.
00:05:19: Denn ab dem ersten August, beginnt bundesweit der stufenweise Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung für Grundschulkinder.
00:05:29: Er startet mit den Kindern in erster Klasse und wird bis zum Schuljahr, auf alle Grundschulbeagänge ausgeweitet.
00:05:39: Der Anspruch umfasst grundsätzlich acht Stunden an Werktagen, einschließlich der Unterrichtszeit und ganz dägige Angebote.
00:05:48: Und damit bekommt unser heutiger Satz eine neue Bedeutung Schule ist um drei Uhr vorbei.
00:05:53: Für immer mehr Kinder lautet die Realität Nein!
00:05:56: Ist es nicht?
00:05:57: Der Schultag geht weiter... Einenfünfzig, drei Prozent der Grundschülerinnen und Grundschülern am Ganztagsschulbetrieb teilen.
00:06:16: Mehr als jedes zweite Grundschulkind.
00:06:18: Und jetzt können wir die Perspektive verändern!
00:06:21: Mehr als jede zweite Kind hat damit bereits heute einen Schultag, der über den reinen Vormittagsunterricht hinausgeht.
00:06:28: Das ist keine Randerscheinung – das ist unsere Bildungsrealität.
00:06:35: Ja, und jetzt stellt euch noch einmal vor Paul sitzt beim Mittagessen Viele Kinder, Gespräche, klappern das Besteck, Gerüche, warten, regeln.
00:06:44: Setzt sich richtig hin!
00:06:45: Warte bis du dran bist, nicht mit dem Essen
00:06:47: spielen!".
00:06:48: Ist bitte noch ein bisschen und vielleicht denkt der Erwachsene?
00:06:52: Schön jetzt bekommt er erstmal Ruhe.
00:06:54: aber Ruhe und Betreuung sind nicht dasselbe.
00:06:57: Manchmal ist Mittagessen eine weitere soziale unsensorische Anforderung.
00:07:01: Und gerade bei Kindern die empfindlich auf Geräusche Reize und soziale Dynamik reagieren kann es so ein Umfeld zusätzlich anstrengend sein.
00:07:10: Das bedeutet nicht, OGS ist schlecht!
00:07:13: Es bedeutet wir müssen schauen was dieses konkrete Kind am Nachmittag noch leisten kann.
00:07:21: Jetzt schauen wir uns mal einen weiteren Bereich an Bewegung Spiel und Freizeit.
00:07:26: Denn jetzt kommt noch etwas dazu das mir besonders wichtig ist Kinder brauchen nicht nur Förderzeit sie brauchen kind Zeit Zeit zu spielen, Zeit zum Nichtstun, Zeit zur Quatsch machen.
00:07:38: Zeit in der niemand sagt, kommen wir üben noch schnell lesen oder du könntest noch die Zeit sinnvoll nutzen?
00:07:43: Nein!
00:07:44: Vielleicht ist die sinnvollste Nutzung dieser Zeit draußen im Mats stehen und irgendeinen völlig sinnlosen Stock als magisches Schwert benutzen.
00:07:53: Spielt es nicht das Gegenteil von
00:07:54: Lernen?!
00:07:55: Und gerade nach einem anforderungsreichen Schultag kann Freie selbstbestimmte Aktivität für ein Kind enorm wertvoll sein.
00:08:05: Ja... Und dann kommt das Kind nach Hause, um die Uhr.
00:08:10: Paul kommt durch die Tür und ranzet irgendwo schwur überall auf dem Boden.
00:08:15: Mama Hallo Schatz!
00:08:16: Paul lasst mich in Ruhe.
00:08:18: Mama okay, fünf Minuten später Paul weint.
00:08:24: Dann schreit er.
00:08:25: Dann tritt er gegen die Tür, dann ist der kleine Bruder plötzlich der schlimmste Mensch der Welt und Mama denkt was ist denn jetzt schon wieder los?
00:08:33: Ja das ist das sogenannte Nachmittagsphänomen.
00:08:37: Viele Eltern kennen genau dieses Muster, in der Schule funktioniert es zu Hause explodiert ist.
00:08:44: aber wir müssen hier vorsichtig sein.
00:08:46: Es gibt nicht die eine wissenschaftliche Erklärung nach dem Motto Kinder halten sich den ganzen Tag zusammen und entladen sich zuhause weil sie sich dort sicher fühlen.
00:08:55: Das kann ein Teil der Erklärungen sein Aber nicht jedes Verhalten nach der Schule ist automatisch Ein Zusammenbruch aus Sicherheit.
00:09:05: Es können verschiedene Faktoren zusammenspielen.
00:09:08: Müdigkeit, Hunger, Reizbelastung, Anstrengung der Selbststeuerung, Frustration, soziale Konflikte über Forderungen oder Unterforderungen, Medikamentenwirkung beziehungsweise Medikamente Abfall falls ein Kindmedikament erhält und natürlich auch ganz normale kindliche Erschöpfung.
00:09:28: Bei ARHS können emotionale Regulations Schwierigkeiten zusätzlich eine Rolle spielen.
00:09:33: Deshalb lohnt sich der Blick auf den ganzen Tag, nicht nur auf die letzten zehn Minuten zu Hause.
00:09:41: Ja und manchmal funktioniert ein Kind tatsächlich den ganzen tag.
00:09:46: Manche Kinder schaffen es in der Schule erstaunlich lange sich anzupassen abzuwarten andere zu beobachten Nicht aufzufallen regeln zu verfolgen Und erst später wird sichtbar wie anstrengend das war.
00:09:58: Gerade für neurodivergente Kinder und Jugendliche gibt es qualitative Forschung die beschreibt dass das Unterdrücken von Gefühlen ohne Anpassungsverhalten mit Konfliktvermeidung und Selbstschutz verbunden sein kann.
00:10:11: Die Forschung dazu ist allerdings wesentlich besser als ältere Kinder- und Jugendliche untersucht, als für Erstkläste.
00:10:18: Deshalb würde ich für unsere kleinen Schulanfänger nicht sagen, dein Kind maskiert den ganzen Tag sondern manche Kinder zeigen einen großen Teil ihrer Anstrengungen erst dann wenn die Anforderungen nachlassen Und manchmal sehen Eltern dann das Verhalten dass vor niemand gesehen hat.
00:10:38: Tja, und dann vielleicht ist das Kind gar nicht schwierig?
00:10:43: Das ist der Satz den ich heute gerne ganz groß machen würde.
00:10:46: Vielleicht ist dein Kind nach der Schule nicht schwierig, vielleicht ist sein Akku einfach leer.
00:10:52: Und dann müssen wir natürlich trotzdem im Grenzen setzen wenn ein Kind schlägt.
00:10:56: Stopp!
00:10:57: Wenn jemanden beleidigt.
00:10:58: Stop!
00:10:59: Wenn es Dinge kaputt macht.
00:11:00: Stop Verständnis bedeutet Nicht alles erlauben aber Wir können Grenzen setzen und trotzdem fragen, hey was ist passiert?
00:11:11: Ja.
00:11:11: Und wenn das noch nicht genug ist dann kommen die Hausaufgaben.
00:11:15: Oh wey!
00:11:16: Die Hausaufgammen.
00:11:17: Ja ein Thema für sich.
00:11:20: vielleicht kennt ihr den Ablauf.
00:11:21: jetzt machen wir Hausaufgeben.
00:11:23: nein doch später.
00:11:25: Jetzt ich kann dich du kannst Ich Kann Nicht.
00:11:30: und plötzlich liegen zwei Menschen am Küchentisch einer hat keine Lust und der andere keine Nerven.
00:11:36: Und das Arbeitsblatt liegt dazwischen, unschuldig!
00:11:40: Und völlig ahnungslos dass es gerade einen Familienkrieg ausgelöst hat.
00:11:45: Ja...und jetzt lassen wir mal schauen was sagt denn die Forschung zu Hausaufgaben bei ADHS?
00:11:51: Das Thema ist tatsächlich untersucht worden.
00:11:53: eine qualitative Studie von zwanzig dreiundzwanzig mit Eltern von Kindern mit adhs beschrieb Haus Aufgaben als dauerhaft stressbelasteten Bereich des Familienalltags.
00:12:05: Die Autoren, Autorinnen betonen unter anderem die Bedeutung von Organisationserstrategien sowie einer guten Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern.
00:12:16: Eine aktuelle Studie von zwanzig sechsundzwanzig mit tausend fünfhundert Fünfeltern von Grundschulkindern fand etwas besonderes heraus.
00:12:25: Nicht die Menge der Unterstützung bei Hausaufgaben war entscheidend sondern unter andrem die emotionale Qualität der Hausaufgartensituation.
00:12:33: mehr Stress Und negative Emotionen während der Hausaufgaben standen mit ungünstigeren Verläufen in Zusammenhang.
00:12:41: Ist das bei euch auch so?
00:12:44: Ich finde, dass sie jedenfalls sehr spannend!
00:12:46: Denn vielleicht brauchen wir manchmal weniger – ich sitze zwei Stunden daneben und mehr –.
00:12:51: wie können wir die Situation so gestalten, dass Sie nicht jedes Mal es
00:12:56: kalert?!
00:12:59: Ja... und eins möchte ich dir sagen… Hausaufgauben sind nämlich keine simple Aufgabe Für ein Kind mit ADHS.
00:13:07: kann, macht deine Hausaufgaben bedeuten.
00:13:09: Findet das Ausaufgabeneffekt?
00:13:11: Finde heraus welche Aufgabe darin es ist?
00:13:13: Hol dir das Richtige!
00:13:14: Finde den richtigen Stift öffne die richtige Seite verstehe die Aufgabe beginne bleibt dran ignoriere dem Bruder ignorere das Geräusch draußen ignoräre den Hund ignoriere den Gedanken an Minecraft mach weiter bleib sitzen kontrolliere das Ergebnis pack alles wieder ein.
00:13:31: Das ist ein ganzer Parkour exekutiver funktionen.
00:13:34: Und dann kommt ein Erwachsener, das dauert doch nur zehn Minuten.
00:13:39: Ja die Aufgabe vielleicht aber der Weg dorthin.
00:13:44: Das ist eine andere Geschichte.
00:13:48: Jetzt fragst du dich vielleicht um was hilft?
00:13:52: Was nicht hilft ist auf jeden Fall nun konzentriere dich endlich sondern vielleicht was ist der erste Schritt?
00:13:58: Vielleicht Hausaufgaben selbst nehmen Nur dass!
00:14:02: Dann welche Aufgabe?
00:14:05: Nur das.
00:14:06: Dann legt das Mathehäft hin und vielleicht wir machen erst einmal fünf Minuten.
00:14:11: Das Ziel ist nicht, das Kind abhängig von Mama und Papa zu machen.
00:14:15: im Gegenteil Wir leihen dem Kind zunächst unsere Struktur bis es zunehmend seine eigene aufbauen kann.
00:14:28: Und jetzt eine unbequeme Frage Wer macht eigentlich die Hausaufgaben?
00:14:37: Die ganze Familie, die Lehrkraft?
00:14:41: Natürlich sollen Kinder lernen Aufgaben selbstständig zu erledigen.
00:14:45: Aber Selbstständigkeit entsteht nicht dadurch dass wir sagen ab jetzt machst du alles allein!
00:14:50: Sie entsteht schrittweise.
00:14:52: und genau deshalb sollten Hausaufgaben nicht zu einem täglichen Test werden.
00:14:57: wie gut kann man Kind sich selbst organisieren?
00:15:00: wenn ein Kind mit ADHS genau dabei Schwierigkeiten hat muss diese Fähigkeit unterstützt und aufgebaut werden.
00:15:06: Auch strukturierte organisatorische Interventionen und schulbezogene Maßnahmen zeigen in Studien positive Effekte auf Organisationsfähigkeiten.
00:15:16: Und teilweise auch akademische Leistungen.
00:15:20: Ja, und dann sind da ja noch die Freunde!
00:15:23: Vielleicht denkt ihr jetzt wird es aber voll?
00:15:26: Ja, denn Schule ist nicht nur Lernen Hausaufgaben OGS.
00:15:30: Schule ist auch Zugehörigkeit.
00:15:33: Wer spielt mit mir?
00:15:34: Wer sitzt neben mir?
00:15:35: wer mag mich?
00:15:37: Wer darf mitmachen?
00:15:38: Warum hat Lisa heute mit mir gespielt und nicht mit
00:15:41: mir?".
00:15:42: Für ein sechsjähriges Kind kann das riesig sein.
00:15:46: Und für einen Kind mit ADHS können Impulsivität, schnelle emotionale Reaktionen oder Schwierigkeiten soziale Signale zu lesen und abzuwarten Freundschaften zusätzlich erschweren.
00:15:58: Das bedeutet nicht dass jedes Kind mit adhs automatisch soziale Probleme hat.
00:16:02: Nein nein nein.
00:16:03: aber soziale Situation Können zusätzliche Anforderungen an Selbstregulation stellen?
00:16:11: Ja, und manchmal kommt dann trotzdem der Satz.
00:16:13: Keiner will mit mir spielen!
00:16:17: Unser erster Impuls – das stimmt doch gar nicht.
00:16:19: Vielleicht... Aber das hilft gerade nicht unbedingt.
00:16:23: Vielleicht wäre zuerst….
00:16:25: Oh, das klingt richtig traurig.
00:16:28: Und was ist passiert?
00:16:31: Wir hören zu.
00:16:33: Wir sammeln Informationen Und erst danach überlegen Sie gemeinsam, was könnte dir beim nächsten Mal helfen?
00:16:41: Denn nach sozialen Fähigkeiten sind Lernprozesse.
00:16:57: Kinder brauchen Termine.
00:17:07: Ja, natürlich!
00:17:08: Kinder brauchen Förderung.
00:17:09: wenn sie Unterstützung brauchen ja auch natürlich aber Sie brauchen auch Leerlauf Zeit in der nichts passieren muss Denn ein Nervensystem braucht nicht nur Aktivierung.
00:17:22: Wir reden im Zusammenhang mit Kindern sehr viel über Förderungen weniger über Regeneration Aber Lernen Aufmerksamkeit und Selbstregulation funktionieren nicht unabhängig vom körperlichen Zustand.
00:17:35: Dazu zählen Schlaf, Bewegung, Pausen, Erholung, Essen, Trinken und Stress.
00:17:40: All das beeinflusst wie gut ein Kind seine Fähigkeiten einsetzen kann!
00:17:44: Und ein Kind mit ADHS kann nicht einfach über seinen Tagesplan hinweg entscheiden.
00:17:50: Heute bin ich um die Uhr wieder frisch.
00:17:52: Das funktioniert leider nicht.
00:17:55: Vielleicht hilft ein anderer Blick auf den Nachmittag?
00:17:59: Statt was muss heute noch alles geschafft werden vielleicht... Was braucht mein Kind heute damit es wieder regulierter Wert.
00:18:06: Manchmal ist die Antwort ganz einfach, vielleicht Essen trinken rausgehen, Ruhe kuscheln Bewegung Musik duschen alleine sein spielen oder einfach auf dem Sofa liegen und nichts tun.
00:18:23: Und ja das darf auch mal die pädagogisch wertvollste Aktivität des Tages sein!
00:18:30: Und jetzt zu euch Eltern Ich möchte heute unbedingt auch einmal euch anschauen Denn vielleicht habt ihr nach einem langen Arbeitstag, nach eurer eigenen Arbeit einfach Einkaufen, Haushalt, Geschwister, Termine und dann das Hausaufgabenproblem.
00:18:45: Und wenn es regelmäßig eskaliert steht irgendwann die Frage im Raum was mache ich falsch?
00:18:51: Tja vielleicht aber vielleicht gar nichts!
00:18:55: Vielleicht ist diese Situation schlicht schwierig.
00:18:59: Eine aktuelle Studie aus dem Jahr zwanzigzehnt zeigt sogar, dass gerade die emotionale Qualität der Hausaufgabensituation relevant sein kann.
00:19:08: Also nicht nur für ob Eltern helfen sondern wie belastend diese Unterstützung für Eltern und Kinder erlebt wird.
00:19:15: Das ist ein wichtiger Gedanke Denn Eltern müssen nicht jeden Nachmittag zur privaten Lernbegleitung werden.
00:19:24: Eltern dürfen auch sagen heute geht es nicht mehr.
00:19:27: Das bedeutet nicht, mein Kind wird nie etwas lernen.
00:19:30: Es bedeutet vielleicht heute hat der Akku nicht gereicht und dann kann es sinnvoller sein einen Konflikt zu beenden statt einer Aufgabe um jeden Preis durchzusetzen.
00:19:41: Natürlich sollte das mit der Schule geklärt werden wenn Hausaufgaben regelmäßig nicht bewältigt werden Denn ein Problem dass jeden Tag zu Hause eskaliert ist nicht nur ein Erziehungsproblem.
00:19:53: Es kann ein Hinweis darauf sein, dass etwas an der Aufgabenmenge, Struktur, Organisation oder Unterstützung verändert werden sollte.
00:20:03: Ja und genau hier kommen die Lehrkräfte ins Spiel.
00:20:06: Vielleicht sieht die Lehrkraft... Die Hausaufgaben sind doch eigentlich überschaubar Aber die Eltern sehen Wir brauchen jeden Abend eine Stunde dafür.
00:20:16: Wer hat jetzt recht?
00:20:17: Vielleicht beide Denn die Lehrkraft sieht die Aufgabe, die Eltern sehen den gesamten Prozess.
00:20:23: Und das ist ein wichtiger Unterschied!
00:20:25: Vielleicht braucht das Kind vierzig Minuten für etwas, dass auf dem Papier zehn Minuten dauern sollte?
00:20:31: Dann ist die richtige Frage nicht unbedingt warum macht das Kind so langsam sondern wo verliert es die Zeit?
00:20:38: Beim Start beim Material beim Verständnis bei Ablenkung beim Dranbleiben beim Schreiben bei Frustration.
00:20:48: Das ist diagnostisch und pädagogisch viel wertvoller.
00:20:53: Und dann gibt es noch etwas Wichtiges, Schule und Eltern nicht gegenseitig Schuld verteilen!
00:20:59: Denn wenn Eltern sagen die Schule überfordert mein Kind und die Schule sagt die Eltern unterstützen zu Hause nicht genug, dann passiert etwas ganz Blödes – das Kindgerät zwischen zwei Fronten.
00:21:11: Viel hilfreicher wäre was beobachten sie?
00:21:15: Was beobachen wir?
00:21:16: Was funktioniert
00:21:17: wann?!
00:21:18: Wann funktioniert es nicht?
00:21:20: Was hilft, was können wir ausprobieren?
00:21:22: Genau solche abgestimmten schulischen und familiären Strategien gehören auch zu den sinnvoll untersuchsten Ansätzen bei ADHS.
00:21:32: Ja und jetzt nochmal zurück zu unserem Akku.
00:21:34: also Paul kommt morgens mit hundert Prozent an dann Schule OGS Freunde Reize Regeln Lernen Selbststeuerung Hausaufgaben.
00:21:45: Und irgendwann steht er von Mama und schreit ich will nicht Und vielleicht war genau dieser Satz gar nicht die Botschaft.
00:21:53: Ich bin umgezogen, vielleicht war die Botschaft?
00:21:55: Ich habe heute nichts mehr übrig.
00:21:57: und dann können wir immer noch sagen ich lasse nicht zu dass du mich anschreist Grenze und gleichzeitig ich sehe das Du völlig durch bist Verständnis Beides zusammen.
00:22:12: Eine kleine Akkuampel für den Alltag.
00:22:15: Vielleicht möchtet ihr das einmal ausprobieren.
00:22:17: Grün bedeutet Das Kind ist ansprechbar Es kann zuhören, es kann Entscheidungen treffen.
00:22:23: Es kann Fehler aushalten.
00:22:24: Jetzt sind neue Anforderungen gut möglich.
00:22:28: Die Ampel steht auf Geld.
00:22:30: Das Kind wird unruhig, reizbarer, langsamer, vergisst mehr Diskutiert häufiger braucht eine Unterstützung.
00:22:37: Jetzt lieber Anforderung reduzieren und regulieren.
00:22:42: Die Ampel steht auf rot Schreien Weine Rückzug komplettes Verweigern Aggression Zusammenbruch.
00:22:49: Und genau jetzt ist nicht der Moment für einen Vortrag über Verantwortung.
00:22:54: Jetzt ist erstmal erst regulieren und später besprechen!
00:23:01: Eine kleine Dingpause, jetzt möchte ich euch aber noch ein paar Fragen mitgeben an Eltern.
00:23:08: Wann hat mein Kind zu Hause normalerweise noch Kapazität?
00:23:10: Was passiert kurz vor dem nächsten Ausbruch?
00:23:14: Wie sieht der ganze Tag aus – Nicht nur der
00:23:16: Nachmittag?!
00:23:17: Wie viele Anforderungen liegen eigentlich zwischen Aufstehen und Hausaufgaben?
00:23:22: Und hat mein Kind überhaupt noch Zeit, einfach Kind zu sein?
00:23:27: Jetzt an euch Lehrkräfte.
00:23:29: Wenn dein Kind damit das regelmäßig erschöpft ist – wie lang war sein Tag?
00:23:34: Welche Anforderung hatte es heute?
00:23:37: Wie viel Selbstständigkeit wird vorausgesetzt?
00:23:40: Wieviel Unterstützung braucht es beim Übergang zwischen Aufgaben?
00:23:44: Sind die Hausaufgaben wirklich Lernzeit oder trainieren wir damit manchmal vor allem Organisationen und Selbststeuerung?
00:23:54: Und jetzt möchte ich euch noch etwas ganz Wichtiges sagen.
00:23:57: Ein Kind, das nach der Schule zusammenbricht ist nicht automatisch ein Problemkind.
00:24:03: Ein kind, dass Hausaufgeben nicht allein schafft, ist nicht automatisch faul!
00:24:07: Ein Kind das nach OGS keinen weiteren Termin mehr möchte ist nicht automatically unmotiviert Und ein Kind, das sagt ich will nicht mehr kann manchmal tatsächlich einfach meinen.
00:24:21: Ich kann gerade nicht mehr und genau diesen kleinen Unterschied sollten wir hören lernen.
00:24:29: Ja und damit sind wir fast am Ende.
00:24:32: Wir haben heute einen ganzen Kindertag verfolgt vom Aufstehen über Schule Unterricht Reize soziale Situation OGS Mittagessen Hausaufgaben Freunde bis zum Abend.
00:24:44: und vielleicht ist euch dabei aufgefallen Der Schultag besteht nicht nur aus Unterricht.
00:24:50: Er besteht aus unglaublich vielen kleinen Anforderungen und für Kinder mit ADHS kann die Summe dieser Anforderung irgendwann einfach zu viel werden.
00:25:01: Deshalb möchte ich euch heute keinen Satz mitgeben, wie sei geduldiger.
00:25:05: Das wäre mir zu einfach.
00:25:07: Ich möchte Euch etwas anderes mitgeben.
00:25:10: Bevor Du das Verhalten eines Kindes bewertest schau einmal darauf was es an diesem Tag bereits leisten musste Und vielleicht ändert das manchmal die Perspektive.
00:25:21: Und jetzt kommt die nächste Frage, denn irgendwann stehen sich vielleicht gegenüber – Das Kind, dass nicht mehr kann!
00:25:28: Die Eltern, die nicht mehr können und die Lehrkraft, die auch nicht mehr kannt.
00:25:33: Und dann geht es ganz schnell um Schuld.
00:25:35: Die Schule versteht mein Kind nicht.
00:25:36: Die Eltern setzen keine Grenzen.
00:25:38: Das Kind macht einfach nicht mit.
00:25:41: Aber was wäre wenn wir in der nächsten Folge unsere Miniserie einen anderen Blick wagen?
00:25:46: Was passiert, wenn Kind Eltern und Schule eigentlich dasselbe wollen?
00:25:50: Aber jeder aus einem anderen Fenster schaut.
00:25:54: In der Folge vier wir wollen doch alle dasselben.
00:25:56: Kind Eltern Lehrkräfte drei Perspektiven ein Kind besprechen darüber Zusammenarbeit statt Schulzuweisung Verhalten als Information was Schule leisten kann und was nicht was Eltern leisten können und was Nichts was Kinder lernen müssen welche Unterstützung sinnvoll ist wie Kommunikation gelingen Kann.
00:26:16: Und natürlich kehren wir am Ende zu unserem Satz zurück, jetzt beginnt nicht der Ernst des Lebens.
00:26:22: Es beginnt ein neues Abenteuer!
00:26:48: Sondern puh, du rattest heute einen ganz schönen langen Tag und viel zu leisten oder?
00:26:55: Und Paul sagt dann vielleicht Ja.
00:26:59: Und plötzlich ist alles wieder ein bisschen leichter.
00:27:04: Hier noch mein Gedanke zum Schluss Nicht jedes Verhalten braucht sofort eine Konsequenz.
00:27:10: Manchmal braucht es zuerst einem Blick auf das was davor passiert ist.
00:27:14: Und vielleicht ist genau das die Einladung dieser Folge nicht dass Verhalten schön reden nicht Grenzen abschaffen, nicht alles mit ADHS erklären sondern erst verstehen dann handeln.
00:27:26: Denn manchmal ist ein Kind nicht schwierig, manchmal ist es einfach müde überfordert hungrig voll mit eindrücken frustriert traurig oder einfach leer.
00:27:41: und bevor wir noch mehr von diesem kind verlangen dürfen wir uns manchmal fragen was braucht das gerade damit sein akku wieder ein bisschen voller wird?
00:27:50: Wenn du gerade denkst, das ist bei mir ganz genauso.
00:27:54: Dann darfst du wissen... Du musst es nicht alleine herausfinden!
00:27:58: Ich begleite Eltern Erzieher und Lehrkräfte dabei hinter das Verhalten zu schauen Zusammenhänge zu verstehen Und alltagstaugliche Lösungen zu entwickeln Fachlich fundiert persönlich wertschätzend und mit einer Prise Humor.
00:28:12: Und wenn du einfach mal hören möchtest wir kennen das auch dann kommt zum nächsten ADHS-Elterntalk Jeden zweiten Donnerstag im Monat um zwanzigund dreißig.
00:28:21: Hier gibt es Austausch, Erfahrungen, Impulse und Verständnis Denn manchmal verändert schon ein anderer Blick die ganze Situation.
00:28:30: Und wie immer noch ein Zitat heute von Astrid Lindgren Dann muss man ja auch noch Zeit haben einfach da zu sitzen und vor sich hinzuschauen.
00:28:41: Ja in diesem Sinne wünsche ich dir alles Liebe deine Manuela.
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