131 - „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens?!“ Wenn aus Kindergarten plötzlich Schule wird …
Shownotes
Wenn du mehr Informationen im Umgang zum Thema ADHS/ADS & Co. suchst, besuche mich gerne auf meiner Homepage unter: https://www.manuelakronenberger.de
Dort erfährst du mehr zu mir und die Möglichkeit wie ich dich und dein Kind/deine Familie begleiten und unterstützen kann.
Du kannst auch gerne die Möglichkeit nutzen, mir eine e-mail zu schreiben oder ruf mich unverbindlich an.
Ich freu mich von dir zu hören, Deine Manuela
Manuela Kronenberger – Heilpraktikerin Psychotherapie, Beratung, Kinder-, Jugend- und Familiencoach, Wertschätzungstrainerin und KinFlex Therapeutin Psychotherapeutische Praxis Manuela Kronenberger Am Rohlande 2 58300 Wetter an der Ruhr
Mobil: +49 (0)1632836205 Praxis: +49 (0) 23358989790 info@manuelakronenberger.de
Quellen: • Statistisches Bundesamt (Destatis): Einschulungen 2025/26 – rund 811.500 Schulanfänger:innen bundesweit, davon 179.100 in NRW. • Destatis: durchschnittlich 21 Schüler:innen je Grundschulklasse im Schuljahr 2024/25. • Bildung in Deutschland 2026: heterogene Ausgangslagen beim Schuleintritt und sprachliche Vielfalt; 2025 wuchs etwa ein Viertel der Kita-Kinder zwischen 3 Jahren und Schuleintritt zuhause nicht vorrangig mit Deutsch auf. • IGLU 2021 / IFS TU Dortmund: Lesekompetenz deutscher Viertklässler:innen, Entwicklung über 20 Jahre und Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen. • Robert Koch-Institut, KiGGS Welle 2: 4,4 % der 3- bis 17-Jährigen mit jemals gestellter ADHS-Diagnose in den Erhebungsdaten 2014–2017. • RKI: KiGGS ist eine bundesweit repräsentative Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und wird in mehreren Wellen durchgeführt.
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00:00:05: Hallo und herzlich willkommen bei Träumerie Unser Befehl.
00:00:06: Dem Podcast für alle, die selber temperamentvoll sind oder ein sehr lebendiges und bewegungsfreudiges Kind haben mit- und ohne Diagnose ARR S&K.
00:00:15: Mein Name ist Manuela und ich begleite Dich Deine Familie und weder jurische Fachkräfte!
00:00:20: Du bekommst Tipps für den Umgang mit dem besonderen Verhaltensweisen und dem Zusammenleben innerhalb der Familie.
00:00:27: Let's go!
00:00:28: Brauchst aus dem Schubladen Denken rein ins selbst gestachte Leben.
00:00:35: Jetzt beginnt der Ernst des Lebens.
00:00:38: Wer von euch hat diesen Satz auch schon gehört?
00:00:40: Vielleicht von den Eltern oder den Großeltern, oder von irgendeinem Menschen, der beim Anblick eines Schulanfängers offensichtlich das Bedürfnis hatte, diesem kleinen Menschen noch schneller eine Portion erwachsenen Weisheit mit auf den Weg zu geben.
00:00:53: Jetzt beginn der Ernest des Lebens und ich frage mich echt jetzt ist das wirklich das was wir einem sechsjährigen Kind zum Schulstadt mitgeben möchten?
00:01:04: Du hattest sechs Jahre Kindheit, war schön.
00:01:07: Jetzt wird es ernst!
00:01:09: Vielleicht sollten wir diesen Satz heute einmal auseinander nehmen?
00:01:12: Denn mit der Einschulung beginnt tatsächlich etwas Neues.
00:01:15: aber beginnt damit wirklich der Ernst des Lebens oder beginnt vielleicht einfach ein neues Abenteuer?
00:01:22: Halle hallo und herzlich willkommen bei Träumerli & Tablefellep.
00:01:25: raus auf der Schublade rein in die Großartigkeit.
00:01:28: Ich bin Manuela und heute starten wir eine kleine Reise rund um den Schulanfang.
00:01:33: Und weil ich beim Vorbereiten dieser Folge festgestellt habe, da steckt viel mehr drin als eine einzige Podcast-Volge.
00:01:40: machen wir daraus eine kleine Miniserie.
00:01:43: Vier Folgen vier Perspektiven und heute starten wir dort wo alles beginnt – beim Kind!
00:01:49: Also der große Tag.
00:01:52: Vielleicht kennt ihr diese Bilder Schultüte Schulranzen neue Schuhe Ein viel zu großer Ranzen auf einem kleinen Rücken Aufgeregte Eltern stolze Großeltern Fotos, Blumen vielleicht eine Einstellungsfeier und irgendwo mittendrin ein sechsjähriges Kind.
00:02:10: Vielleicht voller Vorfreude?
00:02:11: Vielleicht ängstlich?
00:02:13: Vielleicht neugierig?
00:02:14: Vielleicht völlig unbeeindruckt?
00:02:16: Vielleicht alles gleichzeitig?
00:02:18: Und dann geht es los!
00:02:20: Das Kind kommt in die Schule.
00:02:22: Und plötzlich gibt es einen Stundenplan.
00:02:24: Eine Klasse, eine Lehrkraft, Regeln Arbeitsblätter Pausen und eine ganze Menge Dinge wie vorher nicht oder zumindest nicht in dieser Form da waren.
00:02:36: Und jetzt stellt euch einmal vor, ihr werdet dieses Kind gestern noch Kindergarten spielen bauen malen klettern fragen Geschichten Freundschaften vielleicht ein bisschen Vorschule.
00:02:50: und heute setz dich bitte hin hör zu warte melde dich hol dein Hälft schreib deinen Namen bleib auf deinem Platz und vielleicht denkt dann das Kind Was ist denn hier passiert?
00:03:06: Ja, vom Spielen zum Lernen.
00:03:10: Und hier steckt für mich eine ganz spannende Frage – was passiert eigentlich beim Übergang von Kindergarten in die Schule?
00:03:18: Denn wir Erwachsenen sprechen gerne vom Übergank!
00:03:21: Jetzt geht es in die Schule aber für ein Kind ist das nicht einfach ein organisatorischer Wechsel.
00:03:28: Es ist ein gewaltiger Entwicklungsschritt neue Umgebung neue Erwartungen, neue Bezugspersonen, neue soziale Gruppe, neue Regeln und neue Aufgaben.
00:03:38: Und plötzlich wird aus etwas das vorher häufig freiwillig und spielerisch passiert ist – etwas das zunehmend verbindlich wird!
00:03:46: Natürlich lernen Kinder auch im Kindergarten beim Spielen, beim Bauen, beim Streiten, beim Erzählen, beim Experimentieren, beim Klettern, beim Rollenspiel.
00:03:56: Aber Schule bringt eine andere Form des Lebens hinzu.
00:04:00: Jetzt soll das Kind zunehmend lernen, ich kann etwas tun auch wenn ich gerade nicht möchte.
00:04:06: Ich kann warten!
00:04:07: Ich kann mich an Regeln halten... ...ich kann mich auf etwas konzentrieren... ...Ich kann eine Aufgabe zu Ende bringen und das sind keine kleinen Anforderungen.
00:04:18: Lass uns mal einen kleinen Zahlencheck machen wie viel Kinder betrifft es eigentlich?
00:04:24: Bevor wir weitermachen lass uns das mal in einer Größenordnung anschauen.
00:04:28: Also im Schuljahr, zwanzigfünfundzwanzig zwanzi sechsundzwanzigg wurden in Deutschland rund achthundertelftausend fünfhundert Kinder eingeschult.
00:04:38: Noch mal!
00:04:39: Achthundertelftausend FünfhundertKinder.
00:04:43: Allein in Nordrhein-Westfalen waren es rund hundertneunundsiebzig tausend einhundert.
00:04:48: Ja das waren bundesweit zwei Komma zwei Prozent weniger Schulanfängerinnen und Schulanfänger als im Vorjahr.
00:04:56: Und jetzt denkt einmal nicht nur an die Zahl Denkt mal an die Kinder dahinter.
00:05:01: Achtundertelftausendfünfhundert kleine Menschen mit unterschiedlichen Familien, unterschiedlichen Erfahrungen, unterschiedlichens Stärken, unterschiedliche Ängsten, unterschiedlicher Voraussetzungen und alle sollen ihren Platz in Schule finden.
00:05:19: Das ist schon eine Hausnummer oder nicht?
00:05:23: Und jetzt kommt noch ADHS ins Spiel.
00:05:26: Für ein Kind mit ADHS kann genau dieser Übergang besonders anspruchsvoll sein, nicht weil es weniger intelligent wäre.
00:05:33: Nein nein!
00:05:34: Nicht weil es nicht weniger lernen möchte und nicht weil das keine Regeln kennt sondern weil Fähigkeiten wie Impulskontrolle Aufmerksamkeit Arbeitsgedächtnis Planung und Selbststeuerung bei ADHS anders funktionieren können und sich weiterentwickeln.
00:05:53: Das Kind weiß vielleicht Ich soll mich melden, aber die Antwort ist schon draußen.
00:05:59: Es weiß ich soll sitzen
00:06:01: bleiben.".
00:06:02: Aber sein Körper sagt, oh!
00:06:03: Ich muss mich
00:06:04: bewegen!".
00:06:05: Es hört, holt ein Heft Schlagseite zwölf auf und bearbeite Aufgabe eins und dreißig Sekunden später.
00:06:14: welche Seite?
00:06:17: Ist das nicht automatisch ungehorsam?
00:06:19: Und es ist auch nicht automatische lange Motivation.
00:06:22: Es kann schlicht bedeuten, die Anforderung übersteigt gerade die verfügbaren Selbst- steuerungsressourcen.
00:06:30: Schwieriger Satz ne?
00:06:31: Aber genau diesen Unterschied sollten wir kennen.
00:06:36: und dann kommt noch Ja.
00:06:38: aber was bedeutet eigentlich schulfähig?
00:06:42: Das ist ein Wort das wir regelmäßig austauschen Und auch was regelmäßig auftaucht Schulreife oder heute häufiger Schulfähigkeit?
00:06:53: Was bedeutet das eigentlich?
00:06:55: Ist ein Kind schulfähig, wenn es bereits lesen kann bis hundertzehn eine halbe Stunde sitzen bleibt seine Ransen selbstständig packen.
00:07:04: Seine Schuhe binden sich fünf Dinge gleichzeitig merken?
00:07:08: oder gibt es vielleicht ganz andere Fähigkeiten die wichtiger sind?
00:07:12: und vor allem Sind Kinder mit sechs Jahren überhaupt an einem einheitlichen Entwicklungsstand natürlich nicht.
00:07:20: Ein kind kann sprachlich weit entwickelt sein Ein anderes motorisch.
00:07:25: Ein drittes sozial selbstsicher, ein viertes hat vielleicht schon ein unglaubliches Zahlenverständnis und ein fünftes weiß alles über die Dinosaurierplaneten und Züge.
00:07:36: aber beim Anziehen braucht es noch Hilfe Und das ist völlig normal.
00:07:43: Kinder entwickeln sich halt eben nicht nach Stundenplan.
00:07:48: Wir Ermachsenen lieben hier manchmal klare Zeitpunkte Mit sechs Schule mit sieben Das muss jetzt klappen mit acht.
00:07:55: Das sollte es können, aber Entwicklung funktioniert nicht so sauber.
00:08:00: Kinder entwickeln sich individuell und in unterschiedlichen Geschwindigkeiten Und genau deshalb finde ich die Frage was kann mein Kind noch nicht häufig weniger hilfreich als Was kann mein kind schon?
00:08:14: Und was braucht es noch um den nächsten Schritt zu schaffen?
00:08:18: das ist nämlich ein gewaltiger Unterschied Denn wenn wir nur auf Defizite schauen, sehen wir schnell ein Problemkind.
00:08:26: Wenn wir auf Entwicklung schauen, dann sehen wir einen Kind im Prozess.
00:08:32: Und in welchem Prozess befindet sich dein Kind aktuell?
00:08:37: Jetzt machen wir einmal die Klassentür auf!
00:08:39: Da sitzen Kinder und zwar nicht vierundzwanzig kleine Versionen des selben Kindes sondern viele unterschiedliche Menschen.
00:08:48: Im bundesweiten Durchschnitt kam im Schuljahr zwanzig vierundzwanzig, zwanzivfünfundzwanziger rund um einzwanzige Schülerinnen und Schüler auf eine Grundschulklasse.
00:08:56: Dieser Wert ist über viele Jahre erstaunlich stabil.
00:09:00: Natürlich unterscheiden sich Klassen- und Länderregional deutlich!
00:09:03: Und jetzt packen wir mal in diesen Raum einen Zwanzig kleine Persönlichkeiten – also einen kleinen Wöbelwind?
00:09:10: Ein Träumerli, ein Kind Das schon lesen kann.
00:09:13: Eines das gerade erst Deutsch lernt, eines dass sich kaum traut etwas zu sagen, ein Kind das jede Antwort kennt, eines da ständig dazwischen ruft, eines das unbedingt alles richtig machen möchte und eines das eigentlich gerade nur wissen möchte wann es endlich pause.
00:09:29: Und dann soll eine Lehrkraft für alle gleichzeitig das passende Lernangebot schaffen.
00:09:35: Na dann viel Spaß!
00:09:37: Und das meine ich wirklich respektvoll Denn genau darin liegt eine der großen Herausforderungen moderner Schule.
00:09:46: Und hier lohnt sich ein Blick in den aktuellen Bildungsberichtes, dort wird ausdrücklich beschrieben dass Schulen häufiger von zunehmend heterogenen Ausgangslagen beim Schuleintritt berichten also von deutlichen Unterschieden bei den Voraussetzungen mit denen Kinder in die Schule kommen.
00:10:05: diese Unterschiede hängen unter anderem mit sozialer Herkunft und sprachlichen Voraussetzungen zusammen.
00:10:10: Und jetzt wird es interessant, denn das bedeutet nicht.
00:10:14: Die Kinder sind heute schlechter vorbereitet Es bedeutet vielmehr Kinder starten mit unterschiedlichen Erfahrungen und Voraussetzungen.
00:10:23: Ja ich weiß Das war vermutlich früher auch so Nur müssen wir heute sehr bewusst damit umgehen.
00:10:31: Und hier ist das Thema Vielsprachigkeit Eine Zahl aus dem Bildungsbericht finde ich für unsere Diskussion besonders interessant.
00:10:37: Auch im Jahr auch in den letzten Jahren wuchs etwa ein Viertel der Kita-Kinder, zwischen drei Jahren und Schuleintritt zu Hause nicht vorrangig mit Deutschland.
00:10:48: Und hier möchte ich etwas ganz klar sagen – Mehrsprachigkeit ist kein Defizit!
00:10:54: Ein Kind das Zuhause türkisch und in der Schule Deutsch spricht hat nicht so wenig Sprache.
00:11:00: Es hat mehrere Sprachen.
00:11:02: Die Herausforderung kann aber darin liegen dass Alltagssprache Nicht dasselbe sind.
00:11:08: Wenn eine Lehrkraft sagt, Kreise anschließend alle Wörter ein die mit demselben laut beginnen ist das sprachlich etwas völlig anderes als hol deinen roten Stift.
00:11:21: und wenn dein Kind die erste Anweisung nicht versteht hat das nichts mit Intelligenz zu tun.
00:11:27: es braucht vielleicht ein Bild Ein Beispiel Eine Demonstration Eine andere Formulierung Oder einfach mehr Zeit.
00:11:37: Und genau hier zeigt sich, gleich behandeln bedeutet nicht immer gerecht behandeln.
00:11:45: Tja und dann sitzt da vielleicht Paul.
00:11:50: Paul hat ADHS.
00:11:52: Paul weiß genau dass er sich melden soll aber er ruft trotzdem dazwischen.
00:11:57: Er weiß das er sitzen bleiben soll Aber sein Körper ist ständig in Bewegung!
00:12:02: Er weiß dass er die Aufgaben machen soll.
00:12:06: Aber er schaut aus dem Fenster Und die Lehrkraft denkt vielleicht, Paul hört einfach nicht zu.
00:12:12: Und Paul denkt ich habe es doch versucht und seine Eltern denken am Nachmittag warum klappt das Zuhause bei seinen Lieblingsthemen stundenlang und in der Schule überhaupt nicht?
00:12:25: Und David sind wir mitten in einem der größten Missverständnisse rund um ADHS aber er kann sich doch konzentrieren.
00:12:34: natürlich kann er das!
00:12:36: Vielleicht sogar hervorragend bei einer Sache die ihn interessiert Bei Lego, bei Minecraft, bei Dinosauriern beim Zeichnen.
00:12:43: Bei einem YouTube Video.
00:12:44: Bei irgendeinem Thema das sein Gehirn gerade richtig packt.
00:12:48: und dann kommt Motte Arbeitsblatt, zehn Aufgaben Keine unmittelbare Belohnung Und plötzlich?
00:12:57: Ich kann nicht!
00:12:58: Und Erwachsedenken?
00:13:00: Aha er will einfach nicht.
00:13:03: Aber Interesse und Aufmerksamkeit funktionieren bei ADHS nicht immer so wie wir das gerne hätten.
00:13:09: Motivation Aktivierung, Reiz, Neuigkeit und unmittelbar Rückmeldungen können einen großen Unterschied machen.
00:13:18: Und genau hier machen wir heute einen kleinen Punkt.
00:13:21: Denn das ist Stoff für eine ganze Folge!
00:13:25: Ja die Welt unserer Kinder hat sich verändert.
00:13:28: Wir sind selbst zur Schule gegangen und vielleicht erinnern wir uns Lexikon Bibliothek Schulbesuch Fernsehen ja vielleicht Sendung mit der Maus?
00:13:36: Wenn wir etwas wissen wollten mussten wir manchmal tatsächlich jemanden fragen Heute?
00:13:42: Ein seltsiges Kind kann sich mit einem Klick ein Video über das Sonnensystem anschauen.
00:13:47: Ein anderes schaut Czechatobi, ein drittes findet auf YouTube ein Tutorial darüber wie man einen Vulkan baut und ein viertes erklärt seinen Eltern wie ein schwarzes Loch funktioniert.
00:13:58: Unsere Kinder haben heute einen Zugang zu wissen den wir in dieser Form nicht hatten – und das ist faszinierend!
00:14:05: Aber Wissen ist nicht automatisch Lernen.
00:14:09: Ein Kind kann wissen, wie ein Vulkan funktioniert.
00:14:12: Das bedeutet noch nicht dass es eine Arbeitsanweisung mit drei Schritten selbstständig bearbeiten kann.
00:14:18: Es kann vierzig Dinosaurier benennen.
00:14:20: Es bedeutet noch Nicht das es zehn Minuten konzentriert einem Buchstaben schreiben möchte und genau diese Unterschiede werden wir in Folge zwei genauer anschauen.
00:14:31: Jetzt lass uns nochmal einen Zahlen-Schick machen Und was kommt dabei heraus?
00:14:37: jetzt machen wir einen kleinen Zeitsprung.
00:14:39: Wir sprechen heute über Kinder, die gerade eingeschult werden.
00:14:42: Aber wo stehen viele Kinder einige Jahre später?
00:14:46: Die Internationale Grundschul-Leseuntersuchung Iglu- Twenty-Oneundzwanzig zeigt bei deutschen Viertklässlerinnen und Vierklässlern eine durchschnittliche Lesekompetenz von fünfhundertvierundzwansicht Punkten.
00:14:59: Deutschland liegt damit im internationalen Mittelfeld.
00:15:02: Gleichzeitig ist die Streuung der Leistungen groß – besonders interessant!
00:15:08: Bei den Jungen wurden bei einunddreißig Prozent als schwach lesend eingeordnet, bei den Mädchen etwa dreiundzwanzig Prozent.
00:15:16: Und bevor du jetzt jemand Panik in gerät das bedeutet nicht unsere Schulen versagen und schon gar nicht diese Kinder sind dumm!
00:15:24: Es zeigt uns etwas anderes.
00:15:26: die Unterschiede zwischen Kindern sind groß und deshalb müssen wir uns mit der Frage beschäftigen wie lernen unterschiedliche Kinder eigentlich?
00:15:36: Eine Zahl noch Und dann lassen wir die Statistik wieder statistisch sein.
00:15:41: Wenn wir über diese Miniserie sprechen, darf natürlich auch ARHS nicht fehlen.
00:15:45: Das Robert Koch-Institut ermittelte in einer Studie, die nennt man die KIGGS-Welle II und das heißt sie beschäftigt sich halt eben mit der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und wird in mehreren Wellen durchgeführt.
00:15:59: Durchgeführt wurde dieses Studium im Jahr Und dabei wurde festgestellt, dass bei vier Prozent der drei bis siebzehnjährigen eine jemals durch Ärztinnen und Psychologien erst gestellte ADHS-Diagnose.
00:16:13: Und jetzt ist mir eine Sache sehr wichtig!
00:16:15: Diese Zahl ist nicht die aktuelle ADHS Prävalenz für zwanzig sechsundzwanzig.
00:16:20: Wir dürfen also nicht sagen, vier Prozent dieser heutigen Kinder haben ADHS.
00:16:25: so einfach funktioniert Statistik nicht aber die Zahl zeigt uns eine Größenordnung.
00:16:31: ADHS ist also kein seltenes Randthema.
00:16:35: Und wenn wir über Schule sprechen, dann gehört natürlich ADHS selbstverständlich in diese Diskussion nicht das Sonderfall sondern als Teil der Vielfalt mit der Schule umgehen muss.
00:16:47: und jetzt wechseln wir mal die Perspektive denn bevor wir anfangen über die Schule zu schimpfen setzen wir uns einmal auf den Stuhl einer Lehrkraft.
00:16:56: vor uns sitzen ungefähr ein zwanzig Kinder Ein Kindweind.
00:17:00: Eines braucht Hilfe Eines ist bereits fertig.
00:17:03: Eines versteht die Aufgabe nicht, eines möchte ständig etwas erzählen.
00:17:07: Enes träumt!
00:17:09: Eines rennt Gedanken verloren gerade vermutlich durch den Wald.
00:17:12: und Paul?
00:17:14: Paul sitzt vielleicht gerade unter dem Tisch weil er dort eine Bleistift gefunden hat Tja... Und jetzt soll die Lehrkraft Unterrichten erklären Beobachten Differenzieren Motivieren Grenzen setzen soziale Konflikte begleiten, Eltern informieren, Dokumentationen erledigen und bitte jedes Kind individuell sehen.
00:17:38: Das ist eine enorme Aufgabe!
00:17:41: Und deshalb möchte ich an dieser Stelle nicht in das Klassische.
00:17:44: die Schule muss einfach einsteigen Denn Schule ist ein System und Systeme haben Ressourcen aber auch Grenzen.
00:17:56: Lass uns mal schauen Schule früher oder Schule heute?
00:18:00: Jetzt dürfen wir uns auch selbst ein bisschen auf die Schippe nehmen.
00:18:04: Viele von uns Eltern waren selbst in der Schule und wenn wir zurückdenken, kommt vielleicht... also bei uns war das alles anders.
00:18:11: Ja!
00:18:12: War es Aber nicht.
00:18:14: alles davon war automatisch besser.
00:18:17: Unsere Kindheit war eine andere unsere Schule war eine Andere unsere Gesellschaft war eine andre Und unsere Informationswert war eine völlig andere.
00:18:27: Heute wachsen Kinder in einer Welt auf, in der Wissen jederzeit verfügbar ist.
00:18:32: Und gleichzeitig stehen sie in einer Schule die ihnen beibringen muss.
00:18:36: wie gehe ich mit Wissen um?
00:18:38: Wie prüfe ich Informationen?
00:18:40: Wie bleibe ich an etwas dran?
00:18:42: Wie lerne ich etwas das nicht sofort spannend ist?
00:18:45: Wie arbeite ich mit anderen zusammen?
00:18:48: Wie halte ich Frustration aus?
00:18:50: und genau das ist eine der großen Herausforderungen von Schule heute!
00:18:57: Hier eine kleine Denkpause.
00:18:59: Ich möchte dir einmal die Frage mitgeben, wenn ihr an eure eigene Schulkind denkt.
00:19:05: Was würde ich mir eigentlich für mein Kind wünschen?
00:19:10: Gute Noten, gute Leistungen, dass es schnell lesen kann und still sitzen kann.
00:19:16: Das ist immer Mitnacht.
00:19:18: oder wünsche ich mir etwas ganz anderes.
00:19:21: Dass es neugierig bleibt!
00:19:22: Dass es Fragen stellt.
00:19:24: Dass das Fehler machen darf.
00:19:25: Dass sich etwas zutraut.
00:19:27: Dasses Freunde findet Und dass es weiß, ich kann etwas lernen auch wenn es heute noch schwierig ist und vielleicht sogar Ich bin mehr als meine schulische Leistung.
00:19:41: Und genau hier möchte ich für heute einen Punkt setzen.
00:19:44: Wir haben heute ganz schön viele Türen geöffnet.
00:19:47: wir haben über acht hundert elfhunderttausend Schulanfängerinnen und Schulanfänger gesprochen Über ungefähr einundzwanzig Kinder pro Grundschulklasse über unterschiedliche Entwicklungsstände über Mehrsprachigkeit Über soziale und sprachliche Unterschiede, über ADHS.
00:20:04: Über Schule früher und heute.
00:20:05: Über eine völlig andere Medien- und Informationswelt.
00:20:09: Und wir haben uns gefragt was erwarten wir eigentlich von einem sechsjährigen Kind?
00:20:15: Vielleicht ist das die wichtigste Frage dieser ersten Folge denn vielleicht müssen wir manchmal nicht nur fragen Ist mein Kind bereit für die Schule sondern auch ist die Schule bereit für Kinder die unterschiedlich sind?
00:20:31: Und dabei sind wir bei unserem kleinen Cliffhanger.
00:20:33: Denn jetzt sitzt unser Kind da!
00:20:35: Es hat seinen Schulranzen, seine Schultüte – vielleicht einen riesigen Wissensschatz?
00:20:41: Vielleicht ganz viele Fragen?
00:20:44: Vielleicht ADHS?
00:20:45: Vielleicht Ängste?
00:20:47: Vielleicht eine andere Familiensprache?
00:20:49: Vielleicht kann es schon lesen?
00:20:51: Vielleicht kennt es gerade mal ein paar Buchstaben und dann bekommt es ein Arbeitsblatt und soll lernen….
00:20:57: Aber wie lernen Kinder eigentlich
00:20:59: wirklich?!
00:21:00: Warum kann ein Kind bei einer Sache völlig versinken und bei einer anderen Sache nach drei Minuten aussteigen?
00:21:06: Warum kann es sich stundenlang für Dinosaurier begeistern, aber keine zehn Minuten bei einem Arbeitsblatt bleiben.
00:21:13: Was hat das mit Aufmerksamkeit, Motivationen, Arbeitsgedächtnis und exekutiven Funktionen zu tun?
00:21:20: Und was machen Checker Tobi YouTube Tutorials und Co.
00:21:24: eigentlich mit unserem Verständnis von Lernen?
00:21:27: Sind die Lerntypen wirklich das, was wir jahrelang darüber gehört haben?
00:21:32: Genau darüber sprechen wir in Folge zwei.
00:21:35: Und bevor er jetzt geht, nehmt euch heute vielleicht nur eine Gedanken mit!
00:21:39: Ein Kind muss nicht fertig entwickelt in die Schule kommen.
00:21:43: Es kommt in die Schule um sich weiter zu entwickeln und gerade unsere Kinder mit ADHS brauchen dabei nicht wenige Erwartungen.
00:21:51: Sie brauchen passende Erwartung Passende Unterstützung und Erwachsene, die hinter dem Verhalten weiterhin das Kind sehen.
00:22:00: Und vielleicht ist das die schönere Botschaft zum Schulanfang?
00:22:04: Jetzt beginnt nicht der Ernst des Lebens – jetzt beginnt ein Abenteuer!
00:22:09: Und wenn du merkst ich würde mir dabei ein bisschen Unterstützung wünschen dann musst du diesen Weg nicht alleine gehen.
00:22:18: Ich begleite Eltern erziehererzieherin und Lehrkräfte Wenn der Alltag mit einem neurodivergenten Kind herausfordernd wird Nicht mit fertigen Rezepten nach dem Motto, mach einfach dies dann funktioniert dein Kind.
00:22:29: Denn so funktioniert Entwicklung nicht!
00:22:32: Wir schauen gemeinsam.
00:22:34: was steckt hinter dem Verhalten?
00:22:37: Was braucht dieses Kind?
00:22:39: Was braucht ihr als Familie oder als pädagogische Fachkraft?
00:22:43: Was kann im Alltag konkret verändert werden?
00:22:46: und manchmal braucht es gar nicht die große Veränderung.
00:22:50: Manchmal braucht es einen anderen Blick Eine andere Erklärung, eine andere Struktur oder jemand der von außen mit drauf schaut und sagt Stop!
00:23:01: Lass uns einmal zurückgehen.
00:23:02: Was passiert hier eigentlich wirklich?
00:23:05: Ich bringe dabei Fachwissen, jahrelange Erfahrung, Empathie – und ihr kennt mich ja – eine gute Portion Humor mit.
00:23:12: Ob im Ein-Science-Coaching in Workshops, Seminaren, Vorträgen oder einer individuellen Begleitung wir schauen was zu dir und deiner Person und Deiner Situation passt.
00:23:22: Und wenn du nicht gleich eine individuelle Begleitung möchtest, aber Lust auf Austausch mit anderen Eltern hast?
00:23:27: Hey!
00:23:28: Mein monatlicher ADIS Talk jeden zweiten Donnerstag im Monat um zwanzigund dreißig.
00:23:34: Das ist ein Raum für Fragen, Sorgen, Erfahrungen, Impulse und gemeinsame Lösungswege.
00:23:39: Für Eltern die sagen ich möchte mich austauschen.
00:23:42: Ich möchte verstanden werden.
00:23:43: Ich habe gerade keine Lösung oder einfach ich möchte mal hören wie es anderen damit geht.
00:23:49: ohne Bewertung Bei uns würde das niemals passieren.
00:23:53: Dafür mit Austausch, Erfahrungen, Impulsen und wenn möglich ganz konkreten Ideen für den Alltag Denn manchmal tut es einfach gut zu merken Okay ich bin damit nicht allein Und vielleicht ist genau das etwas dass wir unseren Kindern zum Schulstatt mitgeben könnten.
00:24:12: Du musst deinen Weg nicht alleine gehen Und es gilt übrigens auch für Erwachsene.
00:24:18: Und zum Schluss noch ein kleines Zitat Ein Kind kommt nicht in die Schule um zu beweisen, was es schon kann.
00:24:25: Es kommt, um zu erdecken, was in ihm
00:24:28: steckt.".
00:24:29: In diesem Sinne wünsche ich dir alles Gute und Liebe bis zur nächsten Folge von Träumalie & Zappel.
00:24:34: Philipp raus aus der Schublade reine die Großartigkeit!
00:24:38: Deine Manuela.
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